Ansichtskarten aus der Bretagne

 

...Der Ferien 2. Teil

Sonntag, 01. September 2013

Der Hafen von Paimpol

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/1000sec    ISO 200

 
 

Nachdem wir Paris (mit Bedauern, zumindest meinerseits) hinter uns gelassen hatten, war unser nächstes Ziel das kleine Dörfchen Lanloup bei Paimpol an der bretonischen Nordküste...ganz recht, genau da, wo auf der ersten Seite von Asterix immer das Vergrösserungsglas auf der Frankreich-Karte ist...Armorica!


Ar-Mor ist bretonisch und bedeutet „Land am Meer“. Statt unbeugsamer Gallier begegneten wir allerdings nur freundlichen Bretonen. Wir hatten natürlich unsere Reiseplanung deswegen so festgelegt, als das wir uns in der Bretagne von den „Anstrengungen“ der Grossstadt erholen wollten. Die Rechnung ging auch voll auf...

Das Wetter war völlig unbretonisch (das heisst die ganze Zeit warm und sonnig), daher konnte ich mir Landschaftsbilder der rauhen, sturmgepeitschten Küste abschminken. Stattdessen habe ich Bilder mitgebracht, die mehr an ein Südseeatoll erinnern...

Nachdem ich in Paris den Kameraverschluss wie durch ein Wunder nicht ausgeglüht hatte, schaltete ich jetzt mal einen Gang zurück. Wirklich, Hand aufs Herz und nicht geflunkert! Zur Einstimmung las ich erst mal einen Krimi, „Bretonische Verhältnisse“, da wusste ich schon mal wieder über Land und Leute Bescheid. Interessanterweise erinnerte mich die Charakterisierung der Bretonen stark an die Art der Ostwestfalen...

Butter! Kein Olivenöl! Ist wirklich war. Der laszive Gebrauch von Butter vor allem bei der Crêpes- und Galettes-Herstellung war signifikant.

Die Gegend ist wie geschaffen zum Rennrad- Fahren, und das tat ich auch ausgiebig, immer an der sagenhaften Steilküste entlang. Die Kamera hatte ich dabei, aber tatsächlich habe ich mal wirklich mehr die Gegend auf mich einwirken lassen, als sie zu fotografieren. Keine Sorge, trotzdem sind genügend Bilder davon da...

Südsee? Mittelmeer? Nein, die Küste bei Plouha!

Leica M mit 21mm Super-Elmar  bei f/3.4   1/1000sec    ISO 200

So wie im obigen Bild sah das Meer die ganze Woche aus...klar das Frau und Kinder viel am Strand waren (doch, ich war auch da, aber ich brauchte auch mal wieder ein paar stramme Touren mit dem Rennrad).

An der Falaise

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/1.4   1/3000sec    ISO 200  ND-Filter

Paimpol war die nächstgrössere Stadt, wir fuhren natürlich am Markttag ganz früh hin (wer öfter hier im Blog liest, weiss, dass ich französische Märkte liebe!).

Früh heisst allerdings, wir waren erst so um 9.30 Uhr da, denn als wir unsere Töchter an dem Morgen deswegen aus dem Bett holten, hatten wir nur Glück, dass in der Bretagne ganz viele Funklöcher sind, sonst hätten sie uns das Jugendamt auf den Hals gehetzt...

Nordspitze der Ile-de-Bréhat

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/4.0   1/3000sec    ISO 200

Ein bretonischer Markt bietet eine gewisse Schnittmenge des Angebots, welches man auch auf südfranzösischen Märkten findet, die üblichen Marktwaren wie Gemüse, Fleisch, Käse etc., natürlich Schuhe, Bekleidung, Schmuck, alles mögliche, sogar Matratzen. Speziell hier natürlich das riesige Angebot an allem, was so aus dem Meer kommt (Verleihnix). Exotisch auf dem Markt der Stand mit Oliven aller Art...man ist hier ja tolerant...

Jede Menge Angebote von Crêpes und Galettes ergänzten das Lokalkolorit.

Die ganze Innenstadt war mit Ständen gefüllt, und stündlich wurde es voller. Paimpol hat eine schöne Altstadt in typisch bretonischer Architektur.

Ein Crêpe auf die Hand

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/1000sec    ISO 200

In den Gassen

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/750sec    ISO 200

Die Künstlerecke

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/2000sec    ISO 200

...und überall Strassenmusikanten (mit hohem Niveau!)

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/4.0   1/500sec    ISO 200

So ein Plausch unter Ureinwohnern könnte wohl überall sein...

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/1000sec    ISO 200

Als wir dem geschäftigen Markttreiben entronnen waren (nicht ohne einige Taschen mit diversen Leckereien ergattert zu haben), traten wir aus den Gassen wieder ins freie Licht, denn die Altstadt öffnet sich natürlich zum Hafen.

Licht ist das Stichwort, nach einer Tasse Café au lait vor einem Café am Hafen hielt es mich nicht länger, ich musste die Runde machen (obwohl ich wirklich fotografisch kürzer treten wollte!), so gut war das Licht an dem Tag.

Skyline von Paimpol

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/1500sec    ISO 200

Fischerboot

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/5.6   1/2000sec    ISO 200

Etoile de France

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/500sec    ISO 200

Vor der Küste bei Paimpol liegt die Insel Bréhat, bretonische Idylle so konzentriert, das jeden Tag Tausende von Touristen ihr Bestes tun, sie zu zerstören.

Wieder so ein Tag, an dem wir es mit unseren Töchtern verscherzten...aber die Entscheidung, mit einer der ersten Fähren zu fahren, erwies sich als sehr weise, als wir sahen, was im Fährhafen mittags los war, als wir schon wiederkamen.

Ein Felsen voller Kormorane vor der Insel

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/4.8   1/1000sec    ISO 200

Aussicht von der Insel

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/4.0   1/1500sec    ISO 200

Auf der Ile-de-Bréhat

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/4.0   1/2000sec    ISO 200

Hafen von Bréhat

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/4.0   1/2000sec    ISO 200

Also, das klingt jetzt paradox, aber irgendwie waren wir froh, da wieder runter zu kommen, das war eine Überdosis...nein, in Wirklichkeit war es so:

An solchen Sommertagen ist die „Idylle“ fiktiv, denn eine Fähre nach der anderen lädt Schwärme von Menschen ab, das war der wahre Grund für unsere relativ frühe Abfahrt. Wir hatten es aber Morgens noch etwas ruhiger gehabt. Der frühe Vogel...


In der Bretagne stehen jede Menge uralter Gemäuer herum, mehr oder weniger erhalten. Die Kirche in Lanloup (der Ort, in dem wir wohnten) machte keine Ausnahme.

Lanloup

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/3.4   1/2000sec    ISO 200

So, inzwischen dürfte jeder verstanden haben, warum dies hier mit „Ansichtskarten aus der Bretagne“ betitelt ist. Denn was anderes habe ich dort nicht gemacht, nachdem ich mich in Paris „verausgabt“ hatte. Ich beschränkte mich auf Postkartenfotos. Aber wie ich immer sage, die muss man auch erst mal machen können.


Noch etwas Statistik, auch für mich zur Selbstanalyse interessant: Von allen Urlaubsbildern zusammengenommen (Paris + Bretagne) habe ich 50% nur mit dem 28er Elmarit gemacht! Wenn ich es selbst nicht schon wüsste, müsste ich mir spätestens jetzt eingestehen, was für mich die „Standardbrennweite“ ist. Nun waren natürlich die Städtischen Motive und die bretonische Landschaft schon klar für leichten Weitwinkel prädestiniert.

25% sind mit dem 50er Summilux entstanden. Ich nehme es immer, wenn ich noch mehr die Personen freistellen will. Was den „Charakter“ des Objektivs bei Offenblende betrifft, ist es mit dem 35er Summilux zusammen mein Lieblingsobjektiv.

12% mit dem 35er Summilux, hauptsächlich kommt es bei mir bei „low light“ zum Einsatz, der Löwenanteil sind entsprechend auch die Nachtbilder aus Paris.

8% 21er Super-Elmar, ich könnte es öfter einsetzen, aber oft war ich zu faul zum Wechseln, wenn ich das 28er sowieso schon vor hatte.

Die restlichen 5% teilen sich 12mmVoigtländer und 90mm Summarit.


Diese Objektiv-Statistik bei solchen typischen Motiv-Konstellationen im Urlaub kann mir helfen, meine Objektiv-Auswahl zu treffen, bzw. einzuschränken.

Wenn ich mal postuliere, dass das 35er das 28er zumindest zum Teil ersetzen kann, bedeutet das, dass ich ca. 80% meiner „Standard-Aufnahme-Situationen allein mit einem 35er und 50er Summilux abdecken kann!

Nehme ich ein 21er dazu, bin ich schon bei ca. 90%.


Solche Einschränkungen wären für mich z.B. bei Fernreisen relevant, wenn ich wirklich nur ganz wenig mitnehmen kann oder will. Innerhalb Europas, bei Reisen mit Auto oder Zug stört es mich nicht, mehrere „ähnliche“ Objektive mit zu nehmen. Welches Objektiv ich dann an dem betreffenden Ort wirklich einstecke, hängt eben von den örtlichen Gegebenheiten (Licht, erwartete Motive) ab. In Paris gab ich tagsüber dem 28er Elmarit den Vorzug (so schön klein), abends natürlich dem 35er Summilux.

Jetzt kommt es mir allerdings schon vor, als ob ich hier Selbstverständlichkeiten diskutiere, also „Punkt“ an dieser Stelle.


Doch halt! Eine wichtige Sache noch! Wenn man sich eine solche Statistik wie die meine jetzt mal klar vor Augen führt, kann man noch weitere Vereinfachungen vornehmen. Die 35er Brennweite kann nämlich auch einen guten Teil der 50er Brennweite ersetzen. Und wo bringt uns das hin? Klarer Fall: Das ist der Grund, warum man mit einer Kamera mit festem (35er-) Objektiv wie der RX1 (oder Fuji X100s) absolut glücklich sein kann! Wenn die RX1 doch nur einen optischen Sucher hätte...



Zum Abschluss noch zwei Bilder, die ich bei meinen Radtouren gemacht habe:

Gwin Zegal

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/4.0   1/1000sec    ISO 200

Le Pommer

Leica M mit 50mm Summilux asph.  bei f/4.8   1/1000sec    ISO 200

Nach dem Urlaub habe ich ein Problem: Vor allem nach Paris kommt mir hier (Zuhause) alles (was Motive betrifft) furchtbar langweilig vor. Ich habe seit zwei Wochen kein einziges Foto mehr gemacht.

Nun war auch nicht Besonderes...ich denke, die Gelegenheiten kommen dann schon wieder. Noch mache ich mir keine Sorgen deswegen...

Ausserdem bin ich natürlich, wie immer nach Urlauben, sofort ins kalte Wasser gekommen. Es fing gleich mit einer Woche Nachtnotdienst an.

Dann muss ich jetzt den diesjährigen Landschaftskalender vollends druckfertig machen (Layout und Bildauswahl hatte ich zum Glück schon Anfang der Sommerferien fast fertig), er soll Mitte September in den Buchgeschäften sein.

In der Kurklinik beginnt nächste Woche noch eine Ausstellung mit Landschaftsbildern von mir (Andere als im Frühjahr), aber nur 12 Stück, auf Leinwand gedruckt. Das musste ich auch gleich nach meiner Rückkehr managen.

Als ob das nicht reichen würde (bin ja selbst schuld), befindet sich unser Flötenquartett in der Intensiv-Probenphase für ein Konzert Ende September mit einem anspruchsvollen Programm. Sobald ich den offiziellen Handzettel habe, scanne ich ihn und stelle ihn noch hier unten dran.