M steht für „merveilleux“

 

Sonntag, 21. April 2013

Wedding-Day

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/4.8   1/500sec    ISO 200

 
 

Nein, ich bin nicht unter die Hochzeitsfotografen gegangen. Als ich gestern am Burgrestaurant war, kamen diese Damen und Herren gerade an. Ich ging zielstrebig darauf zu und machte dies Bild. Dann gratulierte ich dem Hochzeitspaar...

An dem Bild ist nichts gestellt, außer das Braut und Bräutigam sich reflexartig in Pose stellten. Ansonsten mag ich die „Staffelung“ der Personen und deren jeweiligen Ausdruck. Es wirkt irgendwie, als würden die alle gar nicht zusammengehören. Jeder scheint ganz anderen Gedanken nachzuhängen. Die tiefstehende Sonne sorgt für plastisches Licht.


Gestern und Heute hatte ich viel Gelegenheit, mich mit der M weiter vertraut zu machen. Bei einem Vorspiel der privaten Musikschule von Katharina Ehlenbröker (der „Chefin“ unseres Flötenquartetts) hatte ich fast nur das 75mm Summicron im Einsatz, bis dato eines der am schwersten zu fokussierenden Objektive bei Offenblende (für mich jedenfalls). Irgendwas ist mit dem neuen Messsucher, jedenfalls weiß ich jetzt gar nicht mehr, was vorher denn so schwierig dabei war? Dabei habe ich nicht den elektronischen Sucher benutzt, den hatte ich noch in Petto, brauchte ihn aber nicht.

Vorspiel

Leica M mit 75mm Summicron bei f/2.0   1/250sec    ISO 200

Vorspiel

Leica M mit 75mm Summicron bei f/2.0   1/250sec    ISO 200

Was fiel noch positiv auf? Oder besser: Es fiel etwas nicht auf, und zwar das Geräusch des Auslösers.  Wenn andere Musik machen, möchte ich nämlich nicht so gerne die „Perkussions“ dazu liefern, wie die meisten anderen Kameras, von Piepen und gedüdel ganz zu schweigen...

Dann drehte ich skrupellos die ISO nach oben, um auch mit kleinerer Blende zu fotografieren. Das hätte ich früher eher vermieden. Jetzt juckt es mich wenig, mal eben auf ISO 1000 zu stellen.


Überhaupt stellen: Die Schlüsselfunktionen im Set-Menü sind wie gewohnt in Nullkommanix zu erreichen, dabei habe ich mich schon an das neue („quere“) Scrollrad oben an der Daumenstütze gewöhnt. Schnell ISO oder Belichtungskorrektur ändern für ein Foto, dann zurück: Geht in wenigen Sekunden während eines „Shootings“.

Wobei ich meist die Belichtungskorrektur auf +1/3 oder +2/3 stehen lasse. Wenn ich merke (Histogramm), dass über-oder unterbelichtet ist, schwenke ich die Bildmitte (bei klassischer Messmethode) je nach Bedarf auf Highlights oder Schatten, speichere die Belichtung (halbgedrückter Auslöser) und rekomponiere den Bildausschnitt (gähn...nicht gerade neu, die Technik...).


Apropos Histogramm: Sehr schön, dass es halbtransparent über das Rückschaubild gelegt wird (wenn man es so einstellt). Überflüssig zu erwähnen, dass der neue Bildschirm auch endlich dem Niveau der Kamera entspricht.

Aber leider sind die Histogramme immer noch die von den JPG‘s. Warum nur ist die Monochrom die einzige Kamera auf der Welt, die die Histogramme der RAW-Dateien zeigt? Muss wohl irgendwas technisches mit Bayer-Sensoren sein...


Heute war eine Art Stadtfest in Vlotho. Alles mögliche wurde präsentiert, ausserdem war verkaufsoffen.

Der neue Flyer zum Innenstadt-Rundweg (z.B. für Kurgäste), zu dem ich die Bilder geliefert hatte, wurde vorgestellt.

Das gute Wetter lockte eine grosse Menge Vlothoer in die Stadt  (die sonst, ehrlich gesagt oft ausgestorben wirkt, weshalb es mir meist keinen Spass macht, dort zu fotografieren, denn leere Strassen wirken irgendwie langweilig).

Präsentation des Flyers: Designerin, Leiter Stadtmarketing und im Hintergrund Ideenschmied, Bild im Bild von mir...

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/500sec    ISO 200   ND-Filter, 3 Blendenstufen

Ich hatte fast ausschliesslich das 50mm Summilux (mit ND-Filter) und das 28mm Elmarit vor. Was CCD (bei der M9) und jetzigen CMOS-Sensor betrifft: Die Objektive machen das Bild aus. Die Zeichnung ist gleich, unabhängig vom Sensor. Der „Leica-Look“ ist geblieben.

Startnummer

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/1000sec    ISO 200   ND-Filter, 3 Blendenstufen

Anfangs hatte ich den elektronischen Sucher aufgesteckt, merkte aber bald, dass ich ihn für diese „Strassenfotografie“ nicht brauchte. Also weg damit. Der neue Messsucher mit den auf 2m optimierten Rahmen ist eine Wucht. Mit dem 28mm arbeitete ich oft mit Zonenfokus, auf ein Motiv kann ich in Sekundenbruchteilen reagieren. Als klassische Messsucherkamera benutzt, steht die M der M9 nichts nach.

Die geringe Tiefenschärfe des 50mm Summilux erfordert natürlich Punktfokus. Aber da ich nicht seit gestern manuell fokussiere, ist auch das kein Zeitfaktor.

Vor dem Lauf

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/750sec    ISO 200   ND-Filter, 3 Blendenstufen

Was gibt‘s da wohl zu lästern?

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/2000sec    ISO 200   ND-Filter, 3 Blendenstufen

Der Akku hat fabelhaft gehalten. Am Nachmitttag hatte ich noch 55% Kapazität übrig, obwohl ich öfter als sonst die Bildrückschau betätigt hatte, ab und zu Live View an hatte und mich auch nicht bewusst sparsam verhalten hatte. 250 Bilder waren auf der Speicherkarte.

Bei normalem Messsucher-Modus ohne allzuviel Bildrückschau dürften wohl 1000 Bilder mit einer Ladung möglich sein. Den zweiten Akku werde ich wohl selten brauchen...

Mal was Buntes: Am Start...

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/750sec    ISO 200

...und Los!

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/750sec    ISO 200

Ich konnte heute in Vlotho mal etwas machen, was sonst nie möglich ist: Strassenfotografie. Ich ging endlich mal in der Menge unter, normalerweise werde ich nämlich sofort erkannt und dann ist‘s Essig mit ungestellten Aufnahmen...

In der Maske

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/90sec    ISO 200   ND-Filter, 3 Blendenstufen

Hochbetrieb an der Eisdiele

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/5.6   1/750sec    ISO 200

Also, zwei Objektive haben für alles heute nachmittag gereicht, wer also meint, er müsse bei solchen Gelegenheiten drei Festbrennweiten und zwei Zoom-Objektive mitschleppen, sollte mal kurz innehalten und überlegen...

Zur Nachbearbeitung hatte ich ja schon kurz angedeutet, dass die RAW-Dateien „flacher“ erscheinen, aber dass ist in der Tat etwas Gutes!

Bei den M9 DNG‘s durfte ich oft auf keine Fall Kontrast oder Klarheit anfassen, dann fingen die Bilder an, „komisch“ auszusehen. Daran hatte ich mich gewöhnt, kein Problem.

Jetzt habe ich wesentlich mehr Spielraum zur Verfügung, die Dateien sind flexibler. Gerade bei Schwarzweiss-Bearbeitung ist der Tonumfang entsprechend höher.

Der Motorrad-Sammler

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/4.8   1/350sec    ISO 200

„Unplugged“, die drei waren richtig gut!

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/250sec    ISO 200   ND-Filter, 3 Blendenstufen

99 Luftballons

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/750sec    ISO 200   ND-Filter, 3 Blendenstufen

Wer findet Groucho Marx?  :-))

Leica M mit 28mm Elmarit asph. bei f/4.8   1/350sec    ISO 200

Aber eigentlich hat die M heute nur bewiesen, dass sie immer noch die klassische Messsucherkamera ist, denn dass alles heute hätte ich natürlich mit der M9 auch hingekriegt.

Dennoch: Insgesamt ist die „Neue“ vielseitiger, sie erlaubt mir jetzt wieder Dinge, die ich aus meiner DSLR-Zeit kenne und schätze. Wozu braucht man jetzt eigentlich noch Spiegelreflex?  ;-)


Mit den neuen Techniken kann ich mich auch bald erneut der Landschaftsfotografie zuwenden, langsam lohnt es sich wieder. Wenn die Obstbäume blühen, ist der Winter endlich vollends vertrieben.

Twilight?

Leica M mit 50mm Summilux asph. bei f/1.4   1/1500sec    ISO 200   ND-Filter, 3 Blendenstufen

Das gute Stück: Die neue „M“


Foto meiner eigenen Kamera mit dem 28mm Elmarit asph. davor, mit dem viele von den obigen Bildern entstanden sind. Schnuckelig, nicht wahr?

Leica M9 mit 75mm Summicron bei f/11   8sec    ISO 160